Kieler Uni Live auf der Kieler Woche

Die wunderbare Welt der Wissenschaft wird auf der Kieler Woche lebendig!

Zur Kieler Woche lädt die Christian-Albrechts-Univer­sität jährlich zu einem bunten Programm im „Hörsaal" des Ausstellungszelts an der Kiellinine ein. Auch das Kiel Evolution Center bietet dieses Jahr wieder vier aufregende Vorlesungen zu grundlegenden und angewandten Themen der Evolutionsbiologie an:

KEC Program 2018

13:00-14:00                                                                                                  Prof. Hinrich Schulenburg: Evolution von Antibiotikaresistenzen in menschlichen Krankheitskeimen

Wir bewegen uns derzeit auf eine dramatische Antibiotikakrise zu. Durch den umfangreichen Einsatz von Antibiotika in der Medizin wie Landwirtschaft breiten sich resistente Krankheitskeime immer weiter aus. Die Gefahr ist, dass einige Keime bald nicht mehr behandelt werden können. Was können wir gegen die Ausbreitung dieser Antibiotikaresistenzen tun?
Die Evolutionsbiologie liefert hierzu neuartige Ideen, die ich im Rahmen des Vortrags vorstellen werde.

14:00-15:00                                                                                                      Dr. Olivia Roth: Das miserable Immunsystem schwangerer Männer

Schwangere sind oft krank, denn ihr Immunsystem ist heruntergefahren und damit auch toleranter gegenüber Infektionen. Genau diese immunologische Toleranz ermöglichte die Evolution von Schwangerschaft. Denn falls der Embryo als fremdes Gewebe erkannt wird, führt dies zu einer Fehlgeburt, vergleichbar mit der Abstossung eines Organtransplantates. Im Tierreich betrifft dieses Dilemma meist die Mütter. Nur bei Seepferdchen und Seenadeln sind die Männer schwanger. Und auch sie haben ein geschwächtes Immunsystem, dies sogar auf der Genomebene.

15:00-15:30                                                                                            Christoph Eschenbrenner and Prof. Eva Stukenbrock: Die Evolution neuer Krankheitserreger durch Ackerbau

Die zielgerichtete Kultivierung bestimmter Pflanzenarten führt zur Entstehung neuer Krankheiten. Eine dieser Krankheiten ist die Septoria-Blattdürre, die durch den Pilz Zymoseptoria tritici verursacht wird. Dieser Pilz ist hochspezialisiert und befällt ausschließlich Weizen. Jährlich fügt die Septoria-Blattdürre der weltweiten Weizenproduktion immense Schäden zu. In der Vergangenheit konnten Studien Hinweise darauf liefern, dass Z. tritici vor etwa 10.000 Jahren Mittleren Osten entstanden ist und sich seitdem zusammen mit der Verbreitung des Weizens über den ganzen Globus ausgebreitet hat. Unsere Arbeitsgruppe erforscht unter anderem genau diesen Krankheitserreger. Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf drei grundlegende Fragen. Zum einen versuchen wir zu beantworten, wie der Krankheitserreger Z. tritici entstand und welche Veränderungen des Erbgutes im Zuge seiner Anpassung an Weizen entstanden sind. Zum anderen möchten wir verstehen, wie die Abwehr der Pflanze durch Z. tritici manipuliert wird. Dafür nutzen wir ein Modellsystem bestehend aus Z. tritici und mehreren nah verwandten Arten, die jedoch im Gegensatz zu ersterem auf Wildgräser spezialisiert sind.

15:30-16:00                                                                                                    Prof. John Baines: Wie die Evolutionsbiologie hilft, die Ursprünge genetischer Krankheiten zu verstehen

Krankheiten, die eine genetische Komponente tragen, sind in der menschlichen Bevölkerung weit verbreitet. Das erscheint für Darwin zunächst paradox: Warum bleiben Gene, die schlecht für unsere Gesundheit sind, bestehen, wenn "nur die Stärksten überleben"? Darin liegen einige gängige Missverständnisse in der Evolutionsbiologie: Die "fittesten" Individuen sind nicht unbedingt die gesündesten, stärksten oder schnellsten. Fitness spiegelt vielmehr die Fähigkeit eines Organismus wider, seine Gene an die nächste Generation weiterzugeben, und die natürliche Selektion auf der Ebene der Gene führt nicht immer zu Lösungen, die für den Einzelnen bedingungslos günstig sind. In meinem Vortrag werde ich Beispiele so genannter evolutionärer "Trade-offs" (Fälle, in denen Gene für eine Funktion positiv wirken, für andere Funktionen aber schlecht sein können) diskutieren, die erklären, warum es für den Menschen schwierig ist, frei von genetischen Risikofaktoren für Krankheiten zu sein.

16:00-17:00                                                                                                   Genomic Microbiology - Arbeitsgruppe von Prof. Tal Dagan 

16:00-16:30                                                                                           Christian Woehle: Unser Bakterielles Erbe: Die Kraftwerke der Zellen

16:30-17:00                                                                                                Judith Ilhan und Tana Wein: Die Evolution von egoistischen genetischen Elementen in Bakterien

Bakterien sind überall: in der Erde, an den Blättern im Wald, in den kleinsten Regenpfützen und auf frisch gefallenen Schneeflocken. Sie befinden sich in unserem Körper und auf unserer Haut. Sie sind unsere wichtigsten Symbionten und Pathogene. Im Gegensatz zu uns Menschen sind Bakterien in der Lage, genetisches Material aus der Umgebung aufzunehmen sowie von ihren Nachbarn direkt zu erhalten. Dieser Prozess wird als lateraler Gentransfer bezeichnet. In meinem Vortrag werde ich den Mechanismus des lateralen Gentransfers in Bakterien beschreiben und dessen Bedeutung für die Gentechnik und Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien erklären.

Datum: 22. Juni 2018

Ort: CAU Zelt an der Kiellinie

CAU-Programm auf der Kieler Woche:
http://www.uni-kiel.de/live/

KEC Program 2017

13:00 – 14:00
Prof. Dr. Thorsten Reusch: Der erschöpfte Ozean

Noch im letzten Jahrhundert galt der Ozean als unerschöpflich. Heute ist es beinahe Allgemeinwissen, dass Fischbestände stark übernutzt sind, und Fischereitechniken viele andere Tierarten mit bedrohen. Werden wir auch in 50 Jahren noch Meeresfische essen können? Dieser Frage geht der Vortrag nach und stellt gute wie schlechte Beispiele des Meeres- und Fischereimanagementes vor. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob Aquakultur eine Alternative zu Fischfang sein könnte.

14:00 – 14:20
Prof. Dr. Tal Dagan: Mikrobielle Evolution: Gib mir das Gen, bitte!

14:20 – 14:40
Tanita Wein: Mikrobielle Evolution: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

14:40 – 15:00
Benjamin Springstein: Mikrobielle Evolution: Haben Bakterien Muskeln?

Bakterien sind überall: in der Erde, an den Blättern im Wald, in den kleinsten Regenpfützen und auf frisch gefallenen Schneeflocken. Sie befinden sich in unserem Körper und auf unserer Haut. Sie sind unsere wichtigsten Symbionten und Pathogene. Im Gegensatz zu uns Menschen sind Bakterien in der Lage, genetisches Material aus der Umgebung aufzunehmen sowie von ihren Nachbarn direkt zu erhalten. Dieser Prozess wird als lateraler Gentransfer bezeichnet. In meinem Vortrag werde ich den Mechanismus des lateralen Gentransfers in Bakterien beschreiben und dessen Bedeutung für die Gentechnik und Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien erklären.

 

15:00 – 16:00
Dr. Lutz Becks: Warum eigentlich Männer?

Geschlechtliche Fortpflanzung ist für den Biologen nicht einfach zu erklären, weil sie mit einer Vielzahl von Nachteilen assoziiert ist und diese Nachteile nur unter ganz bestimmten Bedingungen durch die Vorteile aufgewogen werden. Warum und unter welchen Bedingungen ist Sex am Ende doch von Vorteil, so dass es sich als die dominante Fortpflanzungsform im Laufe durchgesetzt hat? Im Rahmen des Vortrags werden aktuelle Ergebnisse zu diesem Forschungsthema vorgestellt. Eine besondere Rolle

16:00 – 17:00
Dr. Cornelia Jaspers: Qualle mit Perspektive: Evolutionspotential einer invasiven Art in der Ostsee

Die stark gestiegene Anzahl nicht-heimischer Arten ist von zunehmender Bedeutung für die Biodiversität und Produktivität heimischer mariner Ökosysteme. Ein Beispiel für die Ökosystemauswirkungen vor unserer Haustür kann anhand der eingeschleppten Rippenqualle Mnemiopsis leidyi, die auch als Meerwalnuss bekannt ist, verdeutlicht werden. Sie wurde erstmals vor ca. 10 Jahren in Nordeuropa gesichtet, hat sich seitdem in weiten Teilen etabliert und kann extrem hohe Dichten erreichen, wie zum Beispiel in dem dänischen Fjordsystem Limfjorden. Bis jetzt ist die Ostsee von solchen Massenvorkommen verschont geblieben. Dieses könnte sich aber bald ändern. Selektionsexperimente am GEOMAR in Kiel haben dokumentiert, dass sich die Meerwalnuss in wenigen Generationen an Stressoren, die Ihre derzeitige Ausbreitung begrenzen, anpassen kann. Was dieses für die Ostsee bedeuten könnte und wie schnell evolutionäre Anpassung von statten gehen kann wird in diesem Vortrag näher erläutert.

Datum: 23. Juni 2017

Ort: CAU Zelt an der Kiellinie

CAU-Programm auf der Kieler Woche:
http://www.uni-kiel.de/live/

KEC Program 2016

13:00 – 14:00
Prof. Dr. Hinrich Schulenburg: Evolution von Antibiotikaresistenzen in menschlichen Krankheitskeimen

Es gibt eine Vielzahl von Infektionskrankheiten, die von verschiedenen Krankheitskeimen verursacht werden. Beispiele hierfür sind die Cholera oder Tuberkulose. Infektionskrankheiten waren in der Geschichte des Menschen für enorm hohe Todesraten verantwortlich. Dies hat sich mit der Entdeckung und dem Einsatz von Antibiotika in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert radikal geändert. Allerdings hat der umfangreiche Antibiotikaeinsatz zu einem neuen Problem geführt: Die Entstehung von Antibiotika-resistenten Krankheitskeimen, die sich nun nur sehr schwer oder gar nicht mehr behandeln lassen. Derzeitige Prognosen gehen davon aus, dass solch antibiotika-resistente Keime in der Zukunft zu einer neuen Welle von tödlichen Infektionskrankheiten führen werden. Was können wir gegen die Ausbreitung dieser Antibiotikaresistenzen tun? Die Evolutionsbiologie liefert derzeit neuartige Ideen, wie diesem Problem begegnet werden kann. Diese Ideen sind besonders vielversprechend, da die Evolution der Krankheitskeime ja zentral für die Ausbreitung der Antibiotikaresistenzen sind. Diese neuartigen Ideen aus der Evolutionsbiologie werden im Vortrag vorgestellt.

14:00 – 15:00
Dr. Olivia Roth: Schwangere Väter und Mütter auf der Pirsch

Nicht überall im Tierreich gilt die konservative Haltung: Frauen umsorgen den Nachwuchs, Männer gehen auf die Jagd. Gerade bei Fischen ist die Aufteilung der Brutpflege zwischen  Weibchen und Männchen oft sehr fortschrittlich. Während bei einigen Arten die Männchen ihre Nachkommen in selbstgebauten Nestern oder sogar im eigenen Maul vor Fressfeinden schützen, ging die Evolution bei Seenadeln und Seepferdchen noch einen Schritt weiter. Hier übernimmt der Vater die Rolle der Mutter und brütet die Embryonen in einer Bruttasche aus. Die Evolution dieser extremen väterlichen Brutpflege hat Auswirkungen auf das Verhalten, die Partnerwahl und das Immunsystem der Fische.

15:00 – 15:30
Prof. Dr. Tal Dagan: Mikrobielle Evolution: Gib mir das Gen, bitte!

Bakterien sind überall: in der Erde, an den Blättern im Wald, in den kleinsten Regenpfützen und auf frisch gefallenen Schneeflocken. Sie befinden sich in unserem Körper und auf unserer Haut. Sie sind unsere wichtigsten Symbionten und Pathogene. Im Gegensatz zu uns Menschen sind Bakterien in der Lage, genetisches Material aus der Umgebung aufzunehmen sowie von ihren Nachbarn direkt zu erhalten. Dieser Prozess wird als lateraler Gentransfer bezeichnet. In meinem Vortrag werde ich den Mechanismus des lateralen Gentransfers in Bakterien beschreiben und dessen Bedeutung für die Gentechnik und Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien erklären.

15:30 – 16:00
Dr. Katrin Hammerschmidt: Mikrobielle Evolution: Kooperation ist unerlässlich - die Evolution vom Einzeller zum Vielzeller

Unsere Welt ist durch Vielzeller, wie Pflanzen und Tiere, geprägt. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass diese komplexen Lebewesen von einzelligen Organismen abstammen. Trotz der großen Bedeutung der Evolution vom Ein- zum Vielzeller ist nur sehr wenig darüber bekannt. Ich werde erklären wie und warum Vielzelligkeit evolviert sein könnte, welche Rolle Kooperation und Arbeitsteilung spielen, warum Sterblichkeit und Krebs Probleme der Mehrzelligkeit sind und was ein Vielzeller mit einem Ameisenhaufen und der menschlichen Gesellschaft gemeinsam hat.

16:00 – 17:00
Prof. Dr. Thorsten Reusch: Der erschöpfte Ozean

Noch im letzten Jahrhundert galt der Ozean als unerschöpflich. Heute ist es beinahe Allgemeinwissen, dass Fischbestände stark übernutzt sind, und Fischereitechniken viele andere Tierarten mit bedrohen. Werden wir auch in 50 Jahren noch Meeresfische essen können? Dieser Frage geht der Vortrag nach und stellt gute wie schlechte Beispiele des Meeres- und Fischereimanagementes vor. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob Aquakultur eine Alternative zu Fischfang sein könnte.

Datum: 22. Juni 2016

Ort: CAU Zelt an der Kiellinie

CAU-Programm auf der Kieler Woche:
http://www.uni-kiel.de/live/